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Nachhaltig investieren: Wie sinnvoll sind ESG-ETFs wirklich?

Zwischen echter Wirkung und Marketingkategorie: Was ESG-Investing 2026 leisten kann, wie SFDR-Kategorien einzuordnen sind und worauf Anleger achten sollten.

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Von Nina Bartels

Redakteurin Investieren · · aktualisiert am 26. Juli 2026 · 10 Min. Lesezeit

Grüne Windturbinen vor einer Portfoliografik
Grüne Windturbinen vor einer Portfoliografik

Kaum ein Investment-Thema wird so kontrovers diskutiert wie ESG. Zwischen Klimaschutzhoffnungen und Greenwashing-Vorwürfen lohnt sich ein sachlicher Blick auf das, was ESG-Produkte tatsächlich leisten können.

Was ESG bedeutet

ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Anbieter bewerten Unternehmen entlang dieser Dimensionen und schließen bestimmte Sektoren oder Titel aus.

SFDR: Artikel 6, 8 und 9

  • Artikel 6: Fonds ohne besonderen Nachhaltigkeitsbezug.
  • Artikel 8: Fonds, die ökologische oder soziale Merkmale bewerben.
  • Artikel 9: Fonds mit expliziten Nachhaltigkeitszielen.

Wie stark unterscheiden sich ESG-ETFs vom Original?

Ein „ESG Screened MSCI World“ ähnelt seinem Basisindex zu über 90 Prozent. „SRI“-Varianten sind deutlich enger gefasst – teils bleiben nur 200–300 Titel übrig. Wer echte Diversifikation sucht, sollte auf ausreichende Titelzahl achten.

Renditeeffekt: Kosten oder Chance?

Langfristig zeigen Studien keine signifikanten Rendite-Nachteile für breit gestreute ESG-Indizes. Enger definierte Ansätze können jedoch in bestimmten Marktphasen deutlich vom Standardindex abweichen.

Impact vs. Ausschluss

Ein Ausschluss von Kohleaktien im Depot verändert die Realwirtschaft direkt kaum – der frühere Eigentümer verkauft an einen anderen. Wer echte Wirkung sucht, sollte auf Impact-Fonds mit klaren Kennzahlen und Berichterstattung achten.

ESG ist weder ein Marketing-Etikett noch ein Klimaretter im Alleingang. Es ist ein Werkzeug, dessen Wirkung von seiner Ausgestaltung abhängt.

Praktische Umsetzung

Wer nachhaltiger investieren möchte, kann seinen bestehenden Welt-ETF durch eine ESG-Variante ersetzen – bei geringen Zusatzkosten und ähnlicher Diversifikation. Ergänzend lohnt sich der Blick auf Impact-Anleihen oder gezielte Themen-ETFs.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kaum ein Investment-Thema wird so kontrovers diskutiert wie ESG.
  • ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung).
  • Ein „ESG Screened MSCI World“ ähnelt seinem Basisindex zu über 90 Prozent.
  • Langfristig zeigen Studien keine signifikanten Rendite-Nachteile für breit gestreute ESG-Indizes.
  • Ein Ausschluss von Kohleaktien im Depot verändert die Realwirtschaft direkt kaum – der frühere Eigentümer verkauft an einen anderen.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der Kapitalwerk-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Ist ESG-Investieren nur Marketing?

In Teilen ja, in Teilen nein. Entscheidend ist die konkrete Methode des jeweiligen Fonds – ein Blick ins Factsheet lohnt sich.

Sind ESG-ETFs immer teurer?

Nein. Die Aufschläge liegen häufig bei nur 0,05 bis 0,15 Prozentpunkten pro Jahr.

#ESG#Nachhaltigkeit#ETF

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